🇵🇹Standort in der EU

    Firma in Portugal gründen

    19 % Körperschaftsteuer, 15 % für kleine Unternehmen, 5 % in der Freizone Madeira und mit dem IFICI ein Steuerregime für qualifizierte Zuzügler.

    Körperschaftsteuer
    19 %*
    Quellensteuer
    25 %
    Gründungsdauer
    1–2 Wo.
    Substanz vor Ort
    Mittel

    Portugal senkt seine Unternehmenssteuern seit 2024 Jahr für Jahr und hat 2026 einen Körperschaftsteuersatz von 19 % erreicht; kleine Unternehmen zahlen auf die ersten 50.000 € nur 15 %. Auf Madeira gilt für lizenzierte Gesellschaften mit Arbeitsplätzen auf der Insel ein Satz von 5 %, und mit dem IFICI hat das Land ein eigenes Steuerregime für hochqualifizierte Zuzügler geschaffen. Wer in Portugal eine Firma gründen möchte, kann damit Unternehmenssteuer und persönliche Besteuerung gleichermaßen gestalten.

    19 % und 15 % für KMU

    Portugal senkt seine Körperschaftsteuer schrittweise – von 21 % auf 20 % im Jahr 2025 und auf 19 % seit dem 1. Januar 2026. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zahlen auf die ersten 50.000 € ihres steuerpflichtigen Gewinns lediglich 15 %. Je nach Gemeinde und Gewinnhöhe kommen kommunale und staatliche Zuschläge hinzu.

    Für Gesellschaften mit Sitz und Geschäftsleitung auf Madeira oder den Azoren ermäßigen sich die Sätze zusätzlich um 30 %: 13,3 % statt 19 % und 10,5 % auf die ersten 50.000 €. Die aktuellen Regeln veröffentlicht die portugiesische Steuerverwaltung im Portal das Finanças.

    Madeira: 5 % in der Freizone

    Die Freizone von Madeira, das Internationale Geschäftszentrum von Madeira, beruht auf Artikel 36-A des portugiesischen Steuervergünstigungsgesetzes und ist von der Europäischen Kommission als regionale Beihilfe genehmigt. Gesellschaften, die eine Lizenz der Betreibergesellschaft SDM erhalten, zahlen 5 % Körperschaftsteuer – allerdings nur auf Gewinne aus Tätigkeiten mit Kunden außerhalb Portugals oder mit anderen Gesellschaften der Freizone. Begünstigt sind internationale Dienstleistungen, industrielle Tätigkeiten in der Industriefreizone sowie Schifffahrt und Luftverkehr.

    Die Lizenz ist an echte Substanz auf der Insel gebunden. Die Gesellschaft muss ihre Tätigkeit innerhalb von sechs Monaten aufnehmen – bei Industrie und Verkehr innerhalb eines Jahres – und eine von zwei Bedingungen erfüllen: entweder ein bis fünf Arbeitsplätze in den ersten sechs Monaten schaffen und in den ersten zwei Jahren mindestens 75.000 € in Anlagevermögen auf Madeira investieren, oder von Beginn an sechs oder mehr Arbeitsplätze schaffen. Zudem ist der begünstigte Gewinn je nach Zahl der dauerhaft besetzten Stellen gedeckelt:

    Arbeitsplätze auf MadeiraMindestinvestitionGewinn mit 5 % bis
    1 bis 275.000 €2,73 Mio. €
    3 bis 575.000 €3,55 Mio. €
    6 bis 30keine21,87 Mio. €
    31 bis 50keine35,54 Mio. €
    51 bis 100keine54,68 Mio. €
    mehr als 100keine205,5 Mio. €

    Gewinne oberhalb dieser Grenzen werden mit dem regulären Satz für Madeira besteuert. Ausschüttungen an die Gesellschafter bleiben bis Ende 2033 steuerfrei, sofern sie nicht in Niedrigsteuergebiete fließen.

    Die Frist bis Ende 2026

    Das aktuelle Regime gilt für Gesellschaften, die ihre Lizenz zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2026 erhalten. Für diese Gesellschaften bleibt der Satz von 5 % bis zum 31. Dezember 2033 bestehen. Neue Lizenzen nach 2026 setzen ein Nachfolgeregime voraus, das erneut von der Europäischen Kommission genehmigt werden müsste; ob und zu welchen Bedingungen es kommt, ist offen.

    Entscheidend ist damit die Frist für die Lizenz: Wer den Satz von 5 % nutzen möchte, muss sie bis zum 31. Dezember 2026 erhalten haben. Da der Lizenzantrag eine Gesellschaft, einen Geschäftsplan und eine Planung der Arbeitsplätze voraussetzt, ist ein frühzeitiger Beginn entscheidend.

    IFICI: der Nachfolger des NHR

    Über viele Jahre war der Status als Non-Habitual Resident, kurz NHR, Portugals Steuerregime für Zuzügler – vergleichbar mit einem Non-Dom. Für Neuzuzügler ist der NHR ausgelaufen; seit 2024 gilt als Nachfolger des bisherigen Regimes das IFICI, das Steuerregime zur Förderung von Forschung und Innovation nach Artikel 58-A des Steuervergünstigungsgesetzes, häufig NHR 2.0 genannt.

    Das IFICI steht Personen offen, die in Portugal steuerlich ansässig werden und in den fünf vorangegangenen Jahren nicht ansässig waren. Zusätzlich muss die Tätigkeit zu einer der gesetzlich festgelegten Gruppen gehören:

    • Lehre an Hochschulen und wissenschaftliche Forschung
    • qualifizierte Stellen und Organfunktionen in Unternehmen mit vertraglichen Investitionsförderungen
    • hochqualifizierte Berufe in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, die mindestens 50 % ihres Umsatzes exportieren, oder in Unternehmen mit bestimmten Investitionsförderungen
    • weitere qualifizierte Stellen, die von den Förderagenturen IAPMEI oder AICEP als bedeutsam für die Volkswirtschaft anerkannt sind
    • Forschungs- und Entwicklungspersonal in steuerlich geförderten F&E-Einrichtungen
    • Stellen und Organfunktionen in von Startup Portugal zertifizierten Start-ups

    Welche Berufe als hochqualifiziert gelten, legt die Verordnung 352/2024 fest; für diese Gruppe ist zudem eine nachgewiesene Qualifikation erforderlich. Das IFICI gilt zehn Jahre: Einkünfte aus der begünstigten Tätigkeit in Portugal werden mit festen 20 % besteuert, und die meisten Auslandseinkünfte – etwa Dividenden, Zinsen, Mieten und Veräußerungsgewinne – sind steuerfrei. Ausgenommen sind ausländische Renten, die regulär besteuert werden, sowie Einkünfte aus Niedrigsteuergebieten, für die 35 % gelten. Der Antrag ist bis zum 15. Januar des Jahres nach dem Zuzug zu stellen.

    Portugal als Wohnsitz

    Als Wohnsitz bietet Portugal mildes Klima, hohe Lebensqualität, internationale Schulen und eine weitgehend englischsprachige Geschäftswelt in Lissabon, Porto und auf Madeira. Bürger der EU können sich frei in Portugal niederlassen.

    Wer in Portugal eine Firma gründen und zugleich dort leben möchte, kann beide Ebenen aufeinander abstimmen: Eine Gesellschaft auf dem Festland oder auf Madeira trägt die Unternehmenssteuer, das IFICI die persönliche Besteuerung – vorausgesetzt, die eigene Tätigkeit fällt unter eine der begünstigten Gruppen.

    Ablauf der Gründung

    Der Ablauf ist in Portugal unkompliziert und schnell. Wer in Portugal eine Firma zu gründen plant, durchläuft diese Schritte:

    1. Steuernummer beantragen: Jeder Gesellschafter und Geschäftsführer braucht eine portugiesische Steuernummer (NIF).
    2. Rechtsform wählen: Die Lda, die portugiesische GmbH, ist die gängige Form; das Stammkapital beträgt mindestens 1 € je Gesellschafter.
    3. Gründung: Über das Verfahren „Empresa na Hora“ oder online über das Portal ePortugal, oft am selben Tag.
    4. Bankkonto und Steuer: Eröffnung eines Geschäftskontos und Anmeldung der Tätigkeit bei der Steuerverwaltung.
    5. Madeira-Lizenz: Für die Freizone folgt zusätzlich der Antrag auf die Lizenz.

    Mit vollständigen Unterlagen ist die Lda oft innerhalb weniger Tage gegründet und handlungsfähig.

    Buchhaltung und Pflichten

    Die wichtigsten Pflichten rund um Buchhaltung, Abschluss, Audit und Umsatzsteuer im Überblick – damit Sie von Anfang an wissen, was die laufende Verwaltung umfasst.

    PflichtRegelung
    BuchhaltungNach SNC durch einen zertifizierten Buchhalter (Contabilista Certificado)
    JahresabschlussJährlich mit der Erklärung IES bis 15. Juli
    Abschlussprüfung (Audit)Abschlussprüfer (Revisor Oficial de Contas) ab 2 von 3 in zwei Jahren in Folge: Bilanzsumme 1,5 Mio. €, Umsatz 3 Mio. €, 50 Mitarbeiter
    SteuererklärungKörperschaftsteuer-Erklärung (Modelo 22), gesetzliche Frist 31. Mai
    Umsatzsteuer: RegistrierungBei Aufnahme der Tätigkeit; Kleinunternehmer bis 15.000 € befreit; Satz 23 %
    Umsatzsteuer: MeldungenMonatlich ab 650.000 € Vorjahresumsatz, sonst vierteljährlich; SAF-T-Rechnungsdaten monatlich bis zum 5.
    Laufende RegisterpflichtenAngaben zu Berechtigten (RCBE) jährlich bestätigen

    Stand 2026. Buchhaltung und Meldungen übernehmen in der Regel spezialisierte Buchhalter im Zielland.

    Für wen eignet sich Portugal?

    Für wen sich eine Firma in Portugal eignet, hängt vor allem davon ab, ob ein Umzug nach Portugal geplant ist:

    Geeignet für

    • Zuzügler in Forschung, Technologie und Start-ups
    • Internationale Dienstleister mit Team auf Madeira
    • Unternehmer, die Wohnsitz und Firma verbinden
    • Familien, die in der EU am Atlantik leben möchten

    Weniger geeignet für

    • Händler mit Lager und Logistik in Osteuropa
    • Rentner, die ausländische Renten steuerfrei erwarten
    • Geschäfte mit Fokus auf asiatische Märkte
    • Konzerne mit komplexen Beteiligungsketten

    Wer einen attraktiven Wohnsitz im Süden Europas sucht, sollte Zypern und Malta mit ihrem Non-Dom-Status vergleichen; Spanien bietet mit der Beckham-Regel ein eigenes Regime für Zuzügler. Alle Optionen zeigt die Übersicht aller Standorte, die Steuersätze der Steuervergleich. Welche Struktur im Einzelfall passt, lässt sich im Erstgespräch klären.

    DBA-Check

    Gibt es ein Doppel­besteuerungs­abkommen?

    Wählen Sie Ihr aktuelles Wohnsitzland – weltweit. Sie sehen sofort, ob mit Portugal ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, und im Überblick, wie es bei unseren übrigen Standorten aussieht.

    Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Ein Doppelbesteuerungsabkommen regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf. Ob und wie es in Ihrem Einzelfall greift, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

    Häufige Fragen zu Portugal

    Häufige Fragen zur Firmengründung in Portugal betreffen vor allem Madeira, das IFICI und die Steuersätze. Die Antworten im Überblick:

    Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Portugal?

    Seit 2026 beträgt sie 19 %. Kleine und mittlere Unternehmen zahlen auf die ersten 50.000 € Gewinn 15 %. Auf Madeira und den Azoren gelten 30 % niedrigere Sätze, in der Freizone Madeira 5 %.

    Wer erhält die 5 % in der Freizone Madeira?

    Gesellschaften mit einer Lizenz für die Freizone, und zwar nur für Gewinne aus Tätigkeiten mit Kunden außerhalb Portugals oder mit anderen Freizonen-Gesellschaften. Voraussetzung sind ein bis fünf Arbeitsplätze auf Madeira mit einer Investition von mindestens 75.000 € oder sechs und mehr Arbeitsplätze.

    Was passiert nach Ende 2026?

    Lizenzen, die bis zum 31. Dezember 2026 erteilt werden, behalten den Satz von 5 % bis Ende 2033. Für spätere Lizenzen bräuchte es ein neues, von der EU genehmigtes Regime.

    Gibt es den NHR noch?

    Für Neuzuzügler nicht mehr. Sein Nachfolger ist das IFICI: zehn Jahre lang 20 % auf Einkünfte aus begünstigten Tätigkeiten und eine Befreiung der meisten Auslandseinkünfte – ausländische Renten ausgenommen.

    Für wen gilt das IFICI?

    Für Zuzügler, die in den letzten fünf Jahren nicht in Portugal ansässig waren und in einer begünstigten Tätigkeit arbeiten – etwa in Forschung und Hochschullehre, in zertifizierten Start-ups oder in hochqualifizierten Berufen bei exportorientierten Unternehmen.

    Kann ich mit einer Firma in Portugal in Deutschland oder Österreich wohnen bleiben?

    Ja. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben jeweils ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Portugal, und mit der passenden Struktur lässt sich eine portugiesische Gesellschaft auch mit Wohnsitz im DACH-Raum nutzen. Seine größten Vorteile entfaltet Portugal in Verbindung mit einem Wohnsitz im Land; Einzelheiten zeigt der DBA-Check.

    Kostenloses Erstgespräch

    Passt Portugal zu Ihnen?

    30 Minuten, kostenlos und unverbindlich: Wir analysieren Wohnsitz, Geschäftsmodell und Zielland – und sagen Ihnen auch ehrlich, wenn es sich für Sie nicht lohnt.

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    Nastasia

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    Ich berate Sie zu Standortwahl, Gesellschaftsform und Ablauf Ihrer Gründung im Ausland und koordiniere den gesamten Prozess bis zur eingetragenen Firma. Haben Sie vorab Fragen zu Ländern, Strukturen oder Kosten?


    Hinweis: Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir beraten zu Standortwahl und Struktur und koordinieren die Gründung; Steuer- und Rechtsberatung im engeren Sinne erfolgt durch die jeweils zuständigen Berufsträger im Zielland.