🇦🇪Standort außerhalb der EU

    Firma gründen in Dubai

    Keine Einkommensteuer, 0 % Körperschaftsteuer auf qualifizierende Freezone-Einkünfte und kurze Wege in den Nahen Osten, nach Asien und Afrika – sofern die Struktur stimmt.

    Körperschaftsteuer
    0–9 %*
    Quellensteuer
    0 %
    Gründungsdauer
    1–2 Wo.
    Substanz vor Ort
    Mittel

    Wer in Dubai eine Firma gründen möchte, findet einen der dynamischsten Wirtschaftsstandorte der Welt: keine Einkommensteuer für Privatpersonen, eine Körperschaftsteuer, die in der Freezone auf qualifizierende Einkünfte bei 0 % liegen kann, und eine an den US-Dollar gekoppelte Währung. Gleichzeitig hat sich das Umfeld seit 2023 grundlegend verändert. Die frühere Formel „Freezone gleich steuerfrei“ gilt nicht mehr, und wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, muss die Struktur auch aus Sicht seines Wohnsitzlandes betrachten.

    Steuern für Unternehmen in Dubai

    Seit Juni 2023 erheben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eine Körperschaftsteuer. Gewinne bis 375.000 AED (ca. 91.000 €) bleiben steuerfrei, darüber gilt ein Satz von 9 %. Jede Gesellschaft muss sich bei der Steuerbehörde FTA registrieren, auch wenn sie keine Steuer schuldet. Wer die Frist versäumt, zahlt 10.000 AED (ca. 2.400 €) Strafe. Die gesetzlichen Grundlagen veröffentlicht das Finanzministerium der VAE.

    Wer heute in Dubai eine Firma gründen will, sollte das Freezone-Regime genau kennen. Für Gesellschaften in einer Freezone gilt eine Sonderregel: Als Qualifying Free Zone Person zahlen sie auf qualifizierende Einkünfte 0 %. Voraussetzung sind ausreichende Substanz vor Ort, geprüfte Jahresabschlüsse und marktübliche Preise bei Geschäften mit verbundenen Personen. Nicht qualifizierende Umsätze dürfen 5 % des Gesamtumsatzes beziehungsweise 5 Mio. AED (ca. 1,2 Mio. €) nicht überschreiten. Wer darüber liegt, verliert den Status für fünf Jahre und zahlt 9 %.

    Kleinere Unternehmen mit höchstens 3 Mio. AED (ca. 730.000 €) Jahresumsatz können stattdessen die Small Business Relief wählen und werden dann so behandelt, als hätten sie keinen steuerpflichtigen Gewinn. Die Regelung wurde 2026 bis einschließlich 2029 verlängert, lässt sich aber nicht mit dem Freezone-Regime kombinieren.

    Ausschüttungen an Gesellschafter unterliegen keiner Quellensteuer, eine Einkommensteuer gibt es nicht. Unter dem Strich sind die Steuern in den Emiraten niedrig, aber nicht mehr pauschal null. Wie sie sich zu anderen Ländern verhalten, macht der Steuervergleich aller Standorte sichtbar.

    Freezone oder Mainland: die richtige Lizenz

    Die wichtigste Weichenstellung ist die Wahl zwischen Freezone und Festland. Allein in Dubai gibt es rund zwei Dutzend Freezones. Jede Freezone in Dubai hat eigene Gebühren und Regeln; zu den bekanntesten zählen DMCC, IFZA, Dubai Silicon Oasis und Meydan. Eine Freezone-Gesellschaft eignet sich für international tätige Unternehmen, deren Kunden überwiegend außerhalb der Emirate sitzen oder selbst in einer Freezone ansässig sind. Sie ist schneller gegründet, günstiger im Unterhalt und an keine bestimmte Bürogröße gebunden.

    Eine Lizenz für das Mainland in Dubai stellt das Department of Economy and Tourism aus. Sie erlaubt Geschäfte im ganzen Land, etwa mit Endkunden, Ladengeschäften oder öffentlichen Auftraggebern. Seit der Reform des Gesellschaftsrechts ist bei den meisten Tätigkeiten eine vollständige ausländische Beteiligung möglich, ein lokaler Partner ist nicht mehr nötig. Im Gegenzug verlangt das Mainland ein angemietetes Büro mit registriertem Mietvertrag (Ejari).

    Seit 2025 können Freezone-Gesellschaften in Dubai außerdem eine Genehmigung beantragen, um bestimmte Tätigkeiten auch auf dem Festland auszuüben. Ob Freezone oder Mainland die richtige Wahl ist, hängt deshalb von Tätigkeit und Kundenkreis ab, nicht vom Steuersatz allein. Die Unterschiede im direkten Vergleich:

    FreezoneMainland
    KundenIm Ausland und in anderen FreezonesIn den gesamten VAE, auch Endkunden und Behörden
    LizenzBehörde der jeweiligen FreezoneDepartment of Economy and Tourism
    BüroFlexi-Desk oder Geschäftsadresse genügt oftEigenes Büro mit Ejari-Mietvertrag
    Körperschaftsteuer0 % auf qualifizierende Einkünfte, sonst 9 %0 % bis 375.000 AED (ca. 91.000 €), darüber 9 %
    Gründungsdaueretwa 1–2 Wochenetwa 2–4 Wochen

    Ablauf in sechs Schritten

    Eine Firmengründung in Dubai ist in den meisten Freezones klar geregelt. Der Ablauf führt in sechs Schritten zur eigenen Gesellschaft:

    1. Tätigkeit festlegen: Sie bestimmt, welche Lizenz und welche Freezone infrage kommen.
    2. Freezone oder Behörde auswählen: Kosten, Anzahl möglicher Visa und Büroanforderungen werden verglichen.
    3. Firmennamen reservieren und die Vorabgenehmigung einholen.
    4. Unterlagen einreichen: Reisepass und Gesellschafterangaben, bei Firmen als Gesellschafter beglaubigte Registerauszüge.
    5. Lizenz erhalten und die Gesellschaft bei der Steuerbehörde registrieren.
    6. Aufenthaltsvisum und Emirates ID beantragen: Dafür ist eine kurze Einreise für Gesundheitscheck und biometrische Erfassung nötig.

    In vielen Freezones liegt die Lizenz nach ein bis zwei Wochen vor, im Mainland dauert es in der Regel etwas länger.

    Buchhaltung und Pflichten

    Die wichtigsten Pflichten rund um Buchhaltung, Abschluss, Audit und Umsatzsteuer im Überblick – damit Sie von Anfang an wissen, was die laufende Verwaltung umfasst.

    PflichtRegelung
    BuchhaltungNach IFRS; Unterlagen sieben Jahre aufbewahren
    JahresabschlussJährlich; Grundlage der Körperschaftsteuer-Erklärung
    Abschlussprüfung (Audit)Pflicht für Freezone-Gesellschaften mit 0 %-Status, Steuergruppen und ab 50 Mio. AED Umsatz
    SteuererklärungKörperschaftsteuer-Erklärung bei der FTA binnen neun Monaten nach Geschäftsjahresende
    Umsatzsteuer: RegistrierungAb 375.000 AED steuerpflichtigem Umsatz; Satz 5 %
    Umsatzsteuer: MeldungenIn der Regel vierteljährlich
    Laufende RegisterpflichtenJährliche Verlängerung der Handelslizenz

    Für den Freezone-Satz von 0 % braucht die Gesellschaft angemessene Substanz in den Emiraten – Räume, Personal und Entscheidungen vor Ort; sie sollte von Anfang an eingeplant werden. Zuständig für Steuer und Meldungen ist die Federal Tax Authority.

    Stand 2026. Buchhaltung und Meldungen übernehmen in der Regel spezialisierte Buchhalter im Zielland.

    Aufenthaltsvisum und Wohnsitz in den Emiraten

    Mit einer eigenen Gesellschaft können Gesellschafter und Geschäftsführer ein Aufenthaltsvisum für Dubai erhalten, das in der Regel zwei Jahre gilt und verlängert werden kann. Es ist die Grundlage für die Emirates ID, einen Mietvertrag und einen Wohnsitz in Dubai.

    Steuerlich ansässig in den VAE ist, wer sich innerhalb von zwölf Monaten mindestens 183 Tage dort aufhält, unter bestimmten Voraussetzungen genügen bereits 90 Tage. Wer das belegen kann, erhält eine Ansässigkeitsbescheinigung (Tax Residency Certificate). Ob der bisherige Wohnsitz damit steuerlich tatsächlich aufgegeben ist, entscheidet allerdings nicht Dubai, sondern das Recht Ihres bisherigen Wohnsitzlandes.

    Für wen sich eine Firma in Dubai eignet

    Ob es sich lohnt, in Dubai eine Firma zu gründen, hängt weniger vom Steuersatz ab als von Wohnsitz, Kundenkreis und Größe des Vorhabens:

    Geeignet für

    • Berater, Agenturen und Dienstleister mit internationalen Kunden
    • Handelsunternehmen mit Geschäft im Nahen Osten, in Asien oder Afrika
    • Digitale Geschäftsmodelle, die ortsunabhängig funktionieren
    • Unternehmer, die ihren Lebensmittelpunkt nach Dubai verlegen

    Weniger geeignet für

    • Gründer, die gezielt EU-Fördermittel nutzen möchten
    • Onlinehandel mit Fokus auf Privatkunden in der EU
    • Kleine Vorhaben, deren Kosten den Steuervorteil aufzehren
    • Produzierende Betriebe mit eigenem Werk in Europa

    Wer einen Standort innerhalb der EU sucht, sollte Zypern oder Malta vergleichen; für Online-Geschäfte ohne Umzug kommt eher eine US LLC infrage. Alle Optionen bietet die Übersicht aller Standorte. Für wen welche Freezone in Dubai am besten passt, lässt sich im Erstgespräch klären.

    DBA-Check

    Gibt es ein Doppel­besteuerungs­abkommen?

    Wählen Sie Ihr aktuelles Wohnsitzland – weltweit. Sie sehen sofort, ob mit Dubai / VAE ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, und im Überblick, wie es bei unseren übrigen Standorten aussieht.

    Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Ein Doppelbesteuerungsabkommen regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf. Ob und wie es in Ihrem Einzelfall greift, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

    Häufige Fragen zur Firmengründung in Dubai

    Häufige Missverständnisse betreffen vor allem das Freezone-Regime und den Wohnsitz. Die wichtigsten Fragen zur Gründung im Überblick:

    Ist eine Firma in der Freezone automatisch steuerfrei?

    Nein. Die 0 % gelten nur für qualifizierende Einkünfte einer Qualifying Free Zone Person, die Substanz, geprüfte Abschlüsse und die Umsatzgrenzen für nicht qualifizierende Einkünfte einhält. Alles andere wird mit 9 % besteuert.

    Was kostet es, eine Firma in Dubai zu gründen?

    Das ist sehr unterschiedlich und hängt von Freezone, Tätigkeit, Anzahl der Visa und Büro ab. Die Lizenz selbst beginnt in preisgünstigen Freezones bei rund 6.000 AED (ca. 1.500 €) pro Jahr; Aufenthaltsvisa, Büro, Buchhaltung und gegebenenfalls die Prüfung des Jahresabschlusses kommen hinzu. Eine vollständige Aufstellung erhalten Sie nach dem Erstgespräch.

    Muss ich für die Gründung nach Dubai reisen?

    Die Lizenz lässt sich in vielen Freezones ohne Anreise beantragen. Für Aufenthaltsvisum und Emirates ID ist eine kurze Einreise nötig.

    Kann ich in Deutschland wohnen bleiben?

    Rechtlich ja, steuerlich ist es anspruchsvoll: Zwischen Deutschland und den VAE besteht seit 2022 kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr, und bei Geschäftsleitung von Deutschland aus droht eine Besteuerung in Deutschland. Das sollte vor der Gründung mit Ihrem Steuerberater geklärt sein; ob ein Abkommen mit Ihrem Wohnsitzland besteht, zeigt der DBA-Check.

    Wie lange dauert die Gründung?

    In den meisten Freezones ein bis zwei Wochen bis zur Lizenz, mit Visum und Emirates ID insgesamt etwa drei bis fünf Wochen. Im Mainland ist mit etwas mehr Zeit zu rechnen.

    Ratgeber zu Dubai / VAE

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    Ich berate Sie zu Standortwahl, Gesellschaftsform und Ablauf Ihrer Gründung im Ausland und koordiniere den gesamten Prozess bis zur eingetragenen Firma. Haben Sie vorab Fragen zu Ländern, Strukturen oder Kosten?


    Hinweis: Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir beraten zu Standortwahl und Struktur und koordinieren die Gründung; Steuer- und Rechtsberatung im engeren Sinne erfolgt durch die jeweils zuständigen Berufsträger im Zielland.